Hilfe für besonders benachteiligte christliche Kinder und
Jugendliche in Ägypten
Ein warmer Sonntagabend im Juni 2024 zu Hause auf dem Balkon. Wie aus dem Nichts verspürte ich den Drang, «etwas» zu tun. Einen unverschuldeten Skiunfall im Dezember 2018 hatte ich nur knapp überlebt. 5 Tage im Koma, ein mehrmonatiger Spital- und Reha-Aufenthalt, 26 Operationen, der Verlust des rechten Auges, nach wie vor zahlreiche Therapien, usw. Nach langem und zähem Kampf hatte ich meine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt aufgeben müssen. Nun war die Zeit reif – ich entwickelte die Idee, einen Beitrag gegen Kinderarbeit in Ägypten zu leisten.

Als Sohn einer Schweizer Mutter und eines ägyptischen Vaters kenne ich beide Welten: Hier die Schweiz, unser herrliches Land mit seinen vielfältigen Bildungsmöglichkeiten und Chancen – dort Ägypten, das in Armut versinkt, wo benachteiligte Menschen kaum Perspektiven haben. Aber: Ein Land, in dem man mit wenig Geld viel bewirken kann.
In armen Verhältnissen lebende Kinder können oft nicht zur Schule gehen. Sie müssen Geld verdienen, um mitzuhelfen, die Existenz der Familie zu sichern. Aber: Ohne Schulbildung keine Berufsbildung und kein existenzsicherndes Einkommen – Kinder und Jugendliche gefangen in der Armutsspirale! Hier wollte ich anpacken.
Mit einem detailliert ausgearbeiteten Projekt und dank eines Verwandten habe ich im Juli 2024 Ruth Tadres kennengelernt. Wir sprachen lange über meine Idee – bis Ruth von ihrer Tätigkeit in Ägypten erzählte: Sie und ihr Mann Ashraf, sie Schweizerin, er Ägypter, hatten 1997 damit begonnen, die Bibel in Blindenschrift Braille zu drucken und in Ägypten zu verteilen. Schnell bemerkten sie, dass viele blinde Menschen in Ägypten die Blindenschrift nicht lesen konnten. Sie organisierten Kurse zum Erlernen von Braille und gründeten 2003 in Minya ein Internat für blinde Kinder.
Was war das… Der Unfall hatte mir mein rechtes Auge genommen, nun kreuzt sich mein Weg mit einem Internat für blinde Kinder in Ägypten?
Ich war fasziniert und entschlossen!
Also besuchte ich im September 2024 das Internat in Minya und lernte dessen Leiter, Maged Ramzy, die dort lebenden 30 blinden Kinder und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der dort tätigen, gemeinnützigen True Light Society kennen.
Minya, rund 300km südlich von Kairo, in Oberägypten, zählt zu den ärmsten Regionen Ägyptens.
True Light Society führt in der Stadt Minya nicht nur das Internat für blinde Kinder, sondern unterstützt bedürftige sehbehinderte Menschen in der ganzen Region auf vielfältige Weise: von medizinischer Versorgung, über sehbehinderten-gerechte Umbauten von Wohnungen bis hin zur Gewährung von Startkapital zum Aufbau selbständiger Erwerbstätigkeiten und vieles mehr.
Das Internat ist kein «richtiges» Internat, wie wir es kennen; es besteht aus drei 4-Zimmer Wohnungen in einem heruntergekommenen Mehrfamilienhaus, verteilt auf verschiedene Stockwerke. Die Wohnungen waren nur mit Kajütenbetten und ein paar wenigen Utensilien in den Küchen ausgestattet. Von Maged Ramzy wollte ich wissen, wie hoch die jährlichen Betriebskosten des Internats sind, welche Anschaffungen er für das Internat dringend benötigt und was sein Traum für das Internat wäre.
Das Jahresbudget des Internats und das Budget für die notwendigen Anschaffungen sind nach ägyptischen Massstäben sehr grosse Summen, für schweizerische Verhältnisse sind sie überschaubar. Also beschloss ich, True Light Society mit privaten Mitteln zu unterstützen.
Maged Ramzy träumte aber auch von einem eigenen Haus mit Garten, in welchem sich die blinden Kinder sicher und ungestört bewegen können. Dies überstieg meine finanziellen Möglichkeiten – womit die Idee der Gründung einer Stiftung in der Schweiz geboren war.
Und die Stiftung sollte „Skyfall“ heissen, denn das Gute fällt für diese bedürftigen und sehr gläubigen Menschen vom Himmel.
Was ich im September 2024 begann, kann nun mit unserer Skyfall Foundation hoffentlich auf eine breitere Ebene gestellt werden!